private Unfallversicherung

Die private Unfallversicherung und Ihre Ansprüche

Eine private Unfallversicherung zahlt für die im Vertrag versicherte(n) Person(en) im Versicherungsfall einen Geldbetrag und/oder eine Unfallrente. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung tritt sie nicht lediglich bei Unfällen ein, die mit der Arbeitsstätte im Zusammenhang stehen. Der Versicherungsschutz soll den „privaten“ Bereich absichern, der durch die gesetzliche Unfallversicherung nicht abgedeckt wird. Die genauen Voraussetzungen für die Leistungspflicht der privaten Unfallversicherung können von Fall zu Fall voneinander abweichen, je nach dem wie der Versicherungsvertrag gestaltet ist.

Bestandteil des Versicherungsvertrags sind meist die „Allgemeinen Unfall-Versicherungsbedingungen“ (AUB). Mit den AUB hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) e.V. Musterbedingungen als unverbindliche Empfehlung für die Anbieter von Unfallversicherungen veröffentlicht. Jedes Versicherungsunternehmen kann aber hiervon abweichen und eigene Allgemeine Unfall-Versicherungsbedingungen für ihre Unfallversicherungen vereinbaren.

Der Versicherungsfall

Versicherungsfall in der privaten Unfallversicherung ist der Unfall. Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet (§ 178 Absatz 2 Satz 1 VVG). Meist wird der Versicherungsschutz aber vertraglich auf weitere Fälle erweitert, beispielsweise bei erstmaligem Auftreten bestimmter Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Krebserkrankung oder auch Kinderinvalidität.

Versicherungsleistung

Die Grundleistung der privaten Unfallversicherung besteht im Wesentlichen aus einem einmaligen Geldbetrag oder einer Rente. Darüber hinaus kann eine Vielzahl weiterer Leistungsarten vereinbart werden. Grundlage für die Einstufung der Invalidität und damit der Höhe der Leistung ist die Gliedertaxe.

Nach der Gliedertaxe wird der auszuzahlende Geldbetrag berechnet. Den einzelnen Körperteilen wird bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit ein im Vertrag bestimmter Geldwert zugeordnet. Bei der Berechnung steht steht dieser Wert für eine 100%ige Beeinträchigung des Körperteils. Dieser Wert wird dann anteilig um die verbleibende Leistungsfähigkeit des Körperteils gekürzt. Die Taxe steht dabei für die Höhe der Beeinträchigung. Ist beispielsweise für Ihren Daumen eine Versicherungssumme von 100.000,00 EUR vereinbart, dann erhielten Sie im Versicherungsfall bei einer Gliedertaxe von 20% einen Betrag von 20,000,00 EUR.