Rechtsberatung Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit. In den Schutz der sozialen Pflegeversicherung sind alle Personen einbezogen, die auch in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Im Falle einer privaten Krankenversicherung geht eine Pflegeversicherung zusätzlich abgeschlossen.

Leistungen der Pflegeversicherung werden nur auf Antrag gewährt.

Tritt der Fall einer Pflegebedürftigkeit ein, dann wird regelmäßig vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein Gutachten zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit und  Pflegeaufwand erstellt. Bei der Begutachtung werden nicht selten wesentliche Umstände im Alltag der Betroffenen nicht ausreichend berücksichtigt. Eine unsachgerechte Pflegestufe oder gar deren Versagung ist dann die Folge.

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden nach „Stufen der Pflegebedürftigkeit“ gewährt. Bei professioneller ambulanter oder (teil-)stationärer Pflege werden die Kosten bis zu bestimmten Höchstbeträgen übernommen.

  • Pflegestufe I   – erhebliche Pflegebedürftigkeit

d. h. durchschnittlicher Hilfebedarf mindestens 90 Minuten pro Tag. Auf die Grundpflege müssen dabei mehr als 45 Minuten und auf die hauswirtschaftlichen Versorgung mindestens 45 Minuten täglich entfallen. Zeiten der hauswirtschaftlichen Versorgung können an einigen Tagen in der Woche gebündelt werden.
  • Pflegestufe II  – schwere Pflegebedürftigkeit

d. h. durchschnittlicher Hilfebedarf mindestens 180 Minuten pro Tag. Auf die Grundpflege müssen dabei mehr als 120 Minuten und auf die hauswirtschaftlichen Versorgung mindestens 60 Minuten täglich entfallen. Zeiten der hauswirtschaftlichen Versorgung können an einigen Tagen in der Woche gebündelt werden.
  • Pflegestufe III – schwerste Pflegebedürftigkeit

d. h. durchschnittlicher Hilfebedarf mindestens 300 Minuten pro Tag. Auf die Grundpflege müssen dabei mehr als 240 Minuten und auf die hauswirtschaftlichen Versorgung mindestens 60 Minuten täglich entfallen. Zeiten der hauswirtschaftlichen Versorgung können an einigen Tagen in der Woche gebündelt werden. Es muss auch nachts (zwischen 22 und 6 Uhr) regelmäßig Grundpflege anfallen
  • Pflegestufe 0

Demenzkranke, geistig, psychisch und physisch Behinderte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz können Pflegegeld und bestimmte Leistungen zur Deckung eines Bedarfs an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung in Anspruch nehmen, auch wenn noch nicht der für Pflegestufe I erforderliche Zeitumfang erfüllt wird.

Hier gilt es Gutachten anzugreifen, neue erstellen zu lassen und alle entscheidungserheblichen Umstände vorzutragen, die bislang unberücksichtigt geblieben sind.

Die Leistungen der Pflegeversicherung

Sollte ein oder sogar beide Elternteile eines Tages im Pflegeheim untergebracht sein müssen oder für eine häusliche Pflege einen Pflegedienst brauchen, so stellt sich neben vielen anderen Fragen natürlich auch die der Kostenfinanzierung für die Pflege. Wird dann das Sozialamt in Anspruch genommen, so berechnet die Behörde den von Ihnen zu leistenden Zuzahlungsbetrag. Hier kann in nicht wenigen Fällen die Zuzahlungspflicht aufgehoben oder zumindest deutlich gesenkt werden.